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Schneller Aufstieg und steiler Absturz eines sozialen Netzwerks

Threads 

Seit den Anfängen der sozialen Medien steht Twitter für eine völlig andere Form der Interaktion mit Freunden und Bekannten. Anstatt (mehr oder weniger) ausführliche Inhalte zu verfassen, um sie hauptsächlich mit ausgewählten Empfängern zu teilen, liegt die Hauptidee von Twitter darin, spontane Gedanken zu formulieren und sie mit der Welt zu teilen – ähnlich einem Vogel auf einem Baum, der seine Botschaft  in die Welt zwitschert.

Jahrelang war alles in Ordnung. Bis Elon Musk das Ruder übernahm und eine Reihe von fraglichen Änderungen einführte, darunter die Umbenennung von Twitter in X und die Notwendigkeit, ein Konto anzulegen, um auf die Inhalte der Plattform zuzugreifen. Dazu kam die Einführung einer eigenartigen Arbeitskultur in der Organisation. Viele erwarteten schon bald den schnellen Niedergang . Und wenn ein Thron unbesetzt scheint, dauert es bekannterweise nicht lang, bis sich ein anderer Bewerber erhebt , um ihn zu beanspruchen.

In der weiten Welt der sozialen Medien entpuppte sich dieser Bewerber als Zuckerbergs Plattform Threads, Teil der Social Metaverse Company. Die Idee hinter Threads war die Schaffung eines offenen und öffentlichen Raums für positive Gespräche. Die Aussage an sich stellte schon eine etwas passive aggressive Einstellung gegenüber der Plattform X dar, denn diese wurde in der Vergangenheit öfter wegen der nicht zensierten antisemitischen Inhalte kritisiert. 

Es ist offensichtlich, dass die Plattform eine gute Portion Inspiration von Twitter aka X erhalten hat. Ob es ihr gelungen ist, ihre Vision zu verwirklichen? Das lässt sich diskutieren. Trotz allem: Die Menschen waren neugierig, und Threads knackte schon kurz nach dem Start die Marke von 100 Millionen Nutzern. Ein rasantes Wachstum, das sogar ChatGPT selbst in den Schatten stellte, zumindest, was die Zahlen betrifft.

Doch plötzlich war der Hype vorbei, und die Benutzerbasis war auf weniger als 70 Prozent ihres Höhepunkts gesunken. Was ist passiert? In diesem Beitrag bringen wir etwas Licht ins Dunkel und schauen uns mögliche Gründe für den Absturz von Threads an.

Der Algorithmus

 Der Algorithmus lässt bei Threads nur wenig Spielraum für die Anpassung des Feeds . Nutzer wundern sich über das Erscheinen von Inhalten zufälliger Personen und Promis in ihren Feeds, die oft nicht mit ihren Interessen übereinstimmen. Mit zunehmender Nutzung wird diese Einschränkung immer ärgerlicher.

Zu wenig Content

EAls Neueinsteiger auf der Social-Media-Bühne hatte Threads nicht genügend Zeit, Inhalte in dem Umfang zu sammeln, wie sie bereits auf etablierten Plattformen wie Twitter/X vorhanden sind. Dadurch gibt es weniger zu konsumieren und somit weniger Gründe, auf der Plattform zu verweilen.

Threads als Teil von Instagram

Im Gegensatz zu Twitter/X, das als eigenständige Plattform vermarktet werden kann, bleibt Threads in seiner aktuellen Form nur eine Erweiterung der Kernangebote von Instagram. Dies erschwert die Vermarktung und führt zu Unannehmlichkeiten, da Threads die Nutzung eines Instagram-Kontos erfordert – was nicht jeder hat oder möchte.

Nutzung nur über die App

Während andere Social-Media-Plattformen sowohl über das Web als auch über dedizierte Apps zugänglich sind, bleibt bei Threads nur die Nutzung der App. Dies ist nicht nur eine Frage der Bequemlichkeit. Es beeinträchtigt auch die Auffindbarkeit der Plattform, da der Inhalt ausschließlich auf einem Weg konsumierbar ist.

Bots und Spammer

In den Anfängen von Twitter/X war es einfacher, die Plattform zu spammen, bis verschiedene Sicherheitsmaßnahmen eingeführt wurden. Threads hinkt hier noch hinterher und bietet einen freien Raum für Bots und Spammer, was die Gesamterfahrung der Nutzer beeinträchtigt.

Datenschutz

Threads sammelt eine beträchtliche Menge persönlicher Informationen seiner Benutzer . Gemäß den Nutzungsbedingungen werden den Kontakten, der Suchhistorie und dem Standort auch Gesundheitsinformationen, Finanzdaten, Browsing-Gewohnheiten, und Einkäufe erfasst. Die Monetarisierung und der Umgang mit diesen sensiblen Daten werfen berechtigte Fragen hinsichtlich des Datenschutzes auf.

Kontroversen über Zensur

In den frühen Tagen markierte Threads Diskussionen über Geschlechtsidentität als „falsche Informationen“ . Dies führte zu Kontroversen. Die Plattform kann Inhalte als unangemessen einstufen und nach eigenem Ermessen entfernen, was hinsichtlich der Meinungsfreiheit zu Bedenken führt.

Positionierung

Schließlich besteht der Eindruck, dass Threads nicht klar genug positioniert ist. Es ist nicht deutlich, warum Nutzer zu Threads wechseln sollten, insbesondere wenn sie bereits etablierte Plattformen wie Twitter/X oder Instagram nutzen. Das Fehlen eines eindeutigen Mehrwerts hat möglicherweise dazu beigetragen, dass Nutzer die Plattform nicht als notwendig oder überzeugend betrachten.

Diese Aufzählung zeigt: Es waren mehrere Faktoren, die dazu beigetragen haben, dass Threads – trotz eines mehr als beeindruckenden Starts – nicht in der Lage war, einen Platz unter den führenden Social-Media-Plattformen einzunehmen. Von einem Algorithmus, der die Benutzererfahrung beeinträchtigt, bis hin zu Datenschutzbedenken und einem begrenzten Content-Angebot hatte Threads mit zahlreichen Herausforderungen zu kämpfen. In der schnelllebigen Welt der sozialen Medien ist es eine anspruchsvolle Aufgabe, mit etablierten Plattformen zu konkurrieren und gleichzeitig die Erwartungen der Nutzer zu erfüllen.

Die Entwicklung und der Aufstieg neuer sozialer Medienplattformen wie Threads spiegeln einen stetigen Wandel in der Art und Weise, wie Menschen miteinander kommunizieren, wider. Die Dynamik dieses Wettbewerbs beeinflusst nicht nur die Nutzer, sondern auch Unternehmen, die ständig auf der Suche nach innovativen Wegen sind, um ihre Kunden bestmöglich zu unterstützen. Die Geschichte von Threads zeigt , dass neue Plattformen selbst mit einem beeindruckenden Start und schnellem Wachstum vielfältigen Herausforderungen gegenüberstehen. In der heutigen digitalen Landschaft ist eine umfassende Strategie für Unternehmenskommunikation und jeglicher Online-Präsenz von entscheidender Bedeutung. Unternehmen, die die Entwicklungen im Bereich der sozialen Medien kontinuierlich mitverfolgen, können flexibel auf Veränderungen reagieren und ihre Kunden auf optimale Weise ansprechen. EPR Advisors X ZEHNTAUSENDGRAD hilft dir dabei.

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